Samstag, 1. Oktober 2011

Zum Schluss

Schon 4 Monate ist mein letzter Eintrag her und  mittlerweile bin ich schon lange wieder zuhause in Good old Germany. Seit zweieinhalb Monaten, um zu genau zu sein. Jetzt kommt deshalb noch mal ein weiterer, dieses Mal aber wirklich letzter Eintrag.

Mein letzter Post hatte mit der RI Convention in New Orleans aufgehört, aber danach ist noch viel passiert. 
Mit meiner Gastmutter Jane und einer Freundin (Bailea) haben wir meine jüngere Gastschwester Liz aus bei den Großeltern aus Missouri abgeholt, die sie zuvor aus ihrem Internat in Georgia abgeholt hatten. Da haben wir dann ein altes Bürgerkriegs-schalchtfeld besucht, wo der Opa freiwillig mithilft. Die meiste Zeit lagen aber bei traumhaftem Wetter in der Hängematte im Garten.
Darauf folgten ein paar Tage zuhause, wo ich endlich noch einmal all die Sachen "abgearbeitet" habe, wozu ich vorher keine Zeit hatte. Carhenge in Alliance, wo ein Bauer auf seinem Feld Stonehenge aus alten Autos nachgebaut hat. Also Stonehenge "the American way". :)
Dann war ich noch bei einem Indianer Powwow in Fort Robinson und mit Maggie, meiner älteren Gastschwester bin ich nach South Dakota in den Badlands National Park gefahren und wir haben Büffel in freier Wildbahn beobachtet.
Kurz danach ging es dann auch schon los auf die heiß ersehnte US-Tour. In Chadron gestartet, ging es zuerst nach Alliance, wo wir Isabella su Brasilien abgeholt haben. Von dort aus weiter nach North Platte, wo wir schließlich mit vielen anderen auf den Bus trafen. Am nächsten Morgen ging es dann schon weiter nach Denver, wo wir noch die letzten Austauschschüler eingesammelt haben und der Bus mit 50 Austauschschülern komplett war.

Alle Städte und Orte, die wir besucht haben aufzuschreiben würde jetzt zulange dauern, deshalb habe ich mal eine schöne Karte gemacht: 

  Wer sich das nochal genauer angucken möchte, findet den Link hier

Nun kommen ein paar Fotos, denn den Spaß, den ich hatte, die tollen Dinge, die ich erlebt habe und die vielen neuen Freunde, die ich gefunden habe, lassen sich nicht in Worte fassen.
Statue of Liberty, NYC

In Durango, CO mit Carlotta, Margaux und Kate
In Durango mit Margaux, Andreas, Christian, Christian, Kate, Carlotta, Félix, Jeremy und Pedro
In Las Vegas, NV im Mirage Hotel mit Kate und Carlotta
In Las Vegas auf dem Sratosphere Tower mit Lise, Natalie, Carolin, Kate, Lize und Dafne
In New Orleans, LA mit Carlotta
In NYC bei Red Mango mit der "Frozen Yoghurt Crew" Margaux, Carlotta, Carolin und mir
Mesa Verde National Park, CO mit Dana, Margaux, Andreas, Oliver, Johannes, Lize, Félix, Dafne und Pierre
Los Angeles, CA auf dem Rodeo Drive mit Margaux und Carlotta
Der Navy Pier in Chicago, IL mit Kate

Viel zu schnell gingen diese 30 Tage rum und als ich nach einem Monat Abenteuer schließlich wieder in Chadron ankam, war es nur noch eine Woche bis zu meinem Abflug.

In dieser Woche habe ich dann noch einmal co viel wie möglich mit meinen Freunden und meinen zwei Gastfamilien unternommen. bevor ich dann am Sonntag, den 17. Juli in den Flieger stieg hatte ich am Samstag noch eine kleine Abschiedparty.

Mrs. Paopao, meine Lieblingslehrerin, Karalee, ich und Rosie
Einige der Leute die da waren: Maggie, Michael, Garrett, Liz, Geoff, Rosie, Kita, Karalee, Greta, Bailea und Nicky
In der Nacht vorm Flug habe ich noch fünfmal umgepackt, weil das Gewicht meiner Koffer nicht stimmte, bis meine Gastfamilie mir morgens um halb zwei anbot, einfach den Rest, der zu schwer war, hinterherzuschicken.

Am nächsten Morgen hieß es dann schließlich Abschied nehmen und schweren Herzens verabschiedete ich mich von meiner derzeitigen Gastfamilie, während meine erste Gastfamilie plus Maggie und Enkelin Sophie mich zum Flughafeb in Rapid City brachten.

Unter Tränen und mit dem Versprechen, uns so bald wie möglich wiedersehen zu können, entließen sie mich zum Flieger und die 20 stündige Heimreise von Rapid City, über Chicago und München nach Hannover begann.

Samstag, 28. Mai 2011

HA! ein neuer Eintrag...


Es ist schon ein Bisschen SEHR lange her, seitdem ich meinen letzten Bericht geschrieben habe und deswegen kommt jetzt endlich der nächste... 

Den folgenden Text habe ich als "Quartalsbericht" an meinen Rotary-Koordinator in Deutschland verfasst, deswegen ist er ziemlich formell und weicht etwas von meinen bisherigen EInträgen ab... aber ich hatte einfach nicht den Nerv, mich hinzusetzen und noch einmal genau den selben Inhalt anders zu formulieren... :)

...Los geht's..

Vieles ist passiert in den letzten paar Monaten und es wird nicht weniger in den restlichen Wochen. Gegen Ende des Jahres scheint der Terminkalender nur so zu platzen.
 
Kurz nach unserem Springbreak-Trip nach Seattle, wieder in Chadron, stand der Wechsel zu meiner dritten Gastfamilie an. Ich war traurig, meine jetzige Familie verlassen zu müssen, da wir so eine schöne Zeit miteinander verbracht hatten und wir uns so gut verstanden haben, doch ich war gespannt auf das Leben in meiner neuen Familie, die ich kurz vorher kennen gelernt hatte und die sehr nett schienen.
Doch am Abend bevor ich umziehen sollte, alle meine Koffer waren schon gepackt, bekam ich einen Anruf von meinem Counselor mit einer traurigen Nachricht. Bei meinem zukünftigen Hostdad war Krebs im Endstadium festgestellt worden und in dieser schwierigen Zeit fühlte sich die Familie nicht mehr bereit, einen Austauschschüler aufzunehmen. Auch wollten sie mich nicht unnötig belasten. Bei einem Treffen mit meinem Counselor und meiner Gastfamilie in den folgenden Tagen haben wir alle zusammen beschlossen, dass ich bis zum Ende bei meiner jetzigen Gastfamilie bleiben würde, da mein Counselor sich nicht sicher war, wie schnell er eine neue Familie finden kann und ob sich dann überhaupt noch lohnen würde, angesichts der Tatsache dass sich mein Jahr schon bald zum Ende neigen würde.

Mein 4x400m Staffelteam: Ashlyn, Peyton, ich und Ashlea
Meine Wochen im April waren übersäet mit Trackmeets. Im März hatte die Leichtathletik Saison begonnen und ich bin dem Team sofort beigetreten, froh nach einer einmonatigen Pause nach dem Ende der Basketballsaison wieder Sport treiben zu können. Zuerst habe ich mich beim Hochsprung versucht, doch nach ein paar Wochen habe ich dann zum Lauf-Team gewechselt und bin die 400 und 800m Staffeln gelaufen. Oft hatten wir zweimal pro Woche ein Meet, und auch sonst hat Track, wie alle Schulsportarten hier in den USA, einen großen Teil meines Alltags eingenommen, mit fast zwei Stunden Training pro Tag.

Neben Track bin ich auch Mitglied bei den “Future Business Leaders of America” (FBLA). Anfang April war dann “FBLA State” in Omaha, NE. Zusammen Mit zwanzig anderen Schülern bin ich in die Landeshauptstadt meines Staates gefahren und dort haben wir dann alle an verschiedene Tests in Businessbereichen teilgenommen. Ich habe Tests in den Bereichen “Business Law” und “Sports Management” teilgenommen. Außerdem habe ich an der Disziplin “Job Interview” und “Global Business” teilgenommen. In der Kategorie “global Business” haben sich meine Partnerin und ich sogar für die “Nationals” in Orlando, FL qualifiziert. Allerdings finden diese genau in dem Zeitraum statt, wenn ich auf meiner USA-Rundreise sein werde, und deswegen werde ich dort leider nicht teilnehmen können.

Ebenfalls im April hatte ich ein Interview mit der lokalen Zeitung von Chadron, die dann einen Artikel über mich gedruckt hat. ( http://www.rapidcityjournal.com/thechadronnews/community/article_db5ace0a-702b-11e0-aeaf-001cc4c03286.html )

Schnell neigte sich das Schuljahr von dort aus zum Ende und Anfang Mai war dann “Prom”, der typische Ball am Ende des Schuljahres, bei dem die Mädchen viel zu teure Kleider tragen, sich Sonnenbräune mit einer Sprühdose auf den Körper spritzen lassen, sich ihre Fingernägel bunt bemalen und ihre Haare in kleine Meisterwerke aus unzähligen Locken verwandeln lassen.  Die Jungs “mieten” sich Anzüge übers Internet und manche mieten sogar Limousinen. Für eine Nacht werden dann alle Sorgen vergessen und es wird getanzt bis ins Morgengrauen.

Prom King VInce und ich
Ich war sehr gespannt auf Prom, denn ich hatte schon viel darüber von Freunden gehört und in Filmen gesehen. Mein Kleid hatte ich schon in Seattle gekauft, schlicht und schwarz, im Gegensatz zu den Kleidern manche meiner Freundinnen, deren Farben mich an Paradiesvögel erinnert haben. Eine Woche vor dem Ball wurden dann die Kandidaten für Prom King und Queen gewählt, jeweils drei Mädchen und Jungen aus der Senior-Klasse. Die Überraschung war groß, als ich erfahren habe, dass ich eine Anwärterin für den Titel der “Prom-Queen” war und meine Aufregung wuchs weiter. Am 7. Mai war es dann soweit. Nachdem ich schön ausgeschlafen hatte, ging es mittags zur Friseurin, die meine Haare kunstvoll in ein Kunstwerk aus geflochtenen Zöpfe und Locken verwandelte. Am Nachmittag habe ich mich dann mit meinen Freundinnen getroffen und zusammen haben wir uns dann fertig gemacht. Abends um 6 ging es dann zum lokalen College, in dessen Räumlichkeiten Prom stattfand. Es gab einen Grand March, bei dem alle Schüler in einer Parade über die Bühne gelaufen sind und ihre Kleidern/Anzüge den Leuten des Dorfes gezeigt haben, die sich alle dort versammelt hatten. Danach folgte die Krönung des Prom King und der Prom Queen. Mit zwei anderen Kandidatinnen für die “Queen” und drei “King-Kandidaten” stand ich auf der Bühne und habe ungeduldig der Rede des “Student Council President” zugehört und auf die Verkündung der Namen gewartet. Zuerst wurde der Prom King gekrönt, es war der Freund meiner Gastschwester. Dann kam die Krönung der Königin, und der Titel ging an mich! Als neu gekrönte “Prom Royalty” standen uns dann mehrere Fotoshootings mit der lokalen Zeitung, der Schülerzeitung und der Jahrbuch-AG bevor und für fast 15min mussten wir dauerlächeln. Als dann endlich alle Fotografen zufrieden waren ging es zum Buffet und schließlich zum “Dance“. Bis kurz nach Mitternacht wurde ausgelassen getanzt und dann gab es noch eine “After-Prom Party”, die bis in die Morgenstunden gedauert hat.

Ein paar Tage darauf folgte dann schon meine erste Begegnung mit echtem nebraskanischen Frühlingswetter: Meine erste Tornado-Warnung. Wir waren gerade alle bei der “Honor-Night” in der Schule, als plötzlich alle wichtigen Leute unserer Schule nach einander von der Bühne geholt wurden und hektisch am Bühnenrand diskutierten. Ein paar Minuten später wurden alle Schüler und ihre Familien die gekommen waren, um Urkunden für besonderer Leistungen entgegen zunehmen, in den Tornado-Schutzkeller gebeten, und mussten dort für ein ein-halb Stunden ausharren, bis der kommende Tornado keine Gefahr mehr darstellte.

Am letzten Schultag haben wir in meiner "Culinary Arts" Klasse Torten verziert :)
Am 11. Mai war dann mein letzter Schultag. Während die meisten Seniors freudig zur Schule gekommen waren, war ich doch etwas traurig, denn das Ende des Schuljahres symbolisierte auch das baldige Ende meines Austauschjahres. Ich hatte die Schule immer gemocht, denn den Unterricht fand ich nie besonders schwer und dort habe ich jeden Tag meine Freunde getroffen.

Familie Darnell und ich vor der Graduation Zeremonie
Vier Tage später war dann Graduation, das offizielle Ende jeder High-School-Karriere. Mit „Cap und Gown“ ging es in die Sporthalle des Colleges, wo die Zeremonie stattfand. Siebenundfünfzig Seniors, ich eingeschlossen, haben ihre „Diplomas“ (in meinem Fall nur ein „Certificate of Attendance“) mit einem lachenden und eine weinenden Auge in Empfang genommen. Der Zeremonie folgten die unzähligen Graduation Parties mit Unmengen an Kuchen und Snacks. . Um alle seine Freunde  besuchen zu können bleibt man nur circa 30min bei jeder Party und verschwindet dann zur nächsten und bei einem Stück Kuchen pro Party und fast 10 Parties ist mein Verlangen für Torte in der nächsten paar Wochen erst einmal gestillt.

Einen Tag nach meiner Graduation ging es dann für mich schon wieder los in ein nächstes Abenteuer: Die Rotary International Convention. Alle Austauschschüler der „SCRYE“-Region haben sich in New Orleans getroffen um bei der Eröffnungszeremonie der RI Convention mitzuwirken. Nach wiederholten Gesangsproben der Lieder die wir schon im Januar in Tulsa geübt hatten und wir die Lieder mittlerweile alle im Schlaf rückwärts herunter singen hätten können, war der große Moment dann endlich gekommen. Vor fast 20.000 Menschen haben wir die Lieder, die von Rotary und unserem Austausch handelten, gesungen. Außerdem durften bei der Flaggenzeremonie mithelfen, jeder Austauschschüler durfte eine Flagge tragen, mein Land war Ghana. Vor so vielen Menschen auf der Bühne zu stehen, ob alleine mit Flagge oder singend mit 200 anderen Austauschschülern war ein atemberaubendes Gefühl. Alle Mühe und die harten Proben hatten sich gelohnt und nun standen wir alle dort mit Gänsehaut. Nicht nur uns ging es anscheinend so, auch dem Publikum, denn neben dem RI Präsidenten waren wir die einzigen die Standing Ovations bekommen haben... Dort auf der Bühne ist etwas Magisches passiert. Jeder einzelne von uns 200 Jugendlichen  kommt von den verschiedensten Orten der Welt und wir alle leben über die ganzen USA verteilt. Wir haben unterschiedliche Persönlichkeiten und Weltansichten. Jeder einzelne von uns hat ein einzigartiges Jahr erlebt,  doch dort auf der Bühne in New Orleans hat nichts davon gezählt. Wir alle waren Austauschschüler und zusammen haben wir den Tausenden von Rotariern unsere Geschichte erzählt, mit Liedern, deren Texte auf uns alle zutrafen und uns alle vereint haben. Das werde ich nie vergessen. (Ein Video von der Eröffnungszeremonie: http://vimeo.com/24126966 )

Meine Freundin Karalee und ich :)
Meine Entscheidung  Austauschschüler zu werden war nicht nur mutig und bedeutungsschwer, sondern im Nachhinein eine der besten und wichtigsten Entscheidungen die ich je getroffen habe. Die letzten zehn Monate meines Lebens waren aufregend und lebensverändernd und haben mir so viel gegeben. Ich habe hier so viele neue Dinge ausprobiert, die in Deutschland nicht möglich geworden wären. Andere Sachen wären auch in Deutschland möglich gewesen, doch vielleicht wollte ich sie einfach nicht ausprobieren, weil ich mich nicht dafür interessiert habe. Ich bin offener geworden für neue Herausforderungen und aufgeschlossener für neue Sachen und Erfahrungen. Viele Dinge betrachte ich differenzierter und habe neue Perspektiven gewonnen.
Am Anfang meines Austausches habe ich die Tage und Wochen gezählt, die ich schon hier in den USA war, doch jetzt, gegen Ende meines Austauschjahres zähle ich rückwärts, wie viel Zeit bleibt mir noch? Gerade jetzt, wenn mir hier nur noch ein paar Wochen übrig bleiben scheint die Zeit zu rasen und mein Kalender platzt voll mit Terminen. Ich habe hier so viel zu tun, da scheint mir mein vorheriges leben glatt ein bisschen langweilig.
Während ich letzten Herbst oft über zuhause und die Dinge, die ich von zuhause vermisst habe nachgedacht habe, drehen sich meine Gedanken jetzt oft um die Dinge, die ich vermissen werde, wenn ich dann wieder zuhause bin. Alles, was am Anfang so „anders“ schien, ist mittlerweile ganz normal und gehört fest zu meinem Leben.

Ich dachte immer, der Anfang und das Zurücklassen meiner Familie, Freunde und meines alten Lebens in Deutschland würde der schwierigste Teil meines Austausches sein, doch so langsam wird mir klar, dass das Ende meines Austauschjahres vielleicht noch viel schwieriger wird.
Ich wusste ja von Anfang an, dass ich wieder nach Hause zurück kehren würde, doch wann ich das nächste Mal wieder zu meinem „zweiten zuhause“ zurückkehren werde, weiß ich nicht.

Meine Interessen scheinen unvereinbar. Auf der einen Seite freue Ich mich total, endlich wieder nach Hause zu gehen, doch auf der anderen Seite möchte ich nicht alles hier zurücklassen.

Wie ihr seht, es ist nicht einfach... Aber im Moment versuche ich einfach, nicht zu viel über meinen Abschied nachzudenken, sondern mich auf das hier und jetzt zu konzentrieren. Schließlich stehen mir noch sieben ereignisreiche Wochen in den USA bevor.

:)

Sonntag, 20. März 2011

Stand der Dinge:

- Die Track (Leichtathletik) Saison hat begonnen.
          Was ich da so genau machen werde, weiß ich noch nicht. Allerdings kann ich schon mal ein paar Sachen ausschließen: Da ich ungefähr -3 Armmuskeln habe und ungefähr 2 Liegestützen hintereinander schaffe, fällt alles mit Werfen schon einmal aus... Weitsprung möchte ich auch nicht machen, denn da bekommt man immer Sand in die Schuhe. Beim Dreisprung sieht man irgendwie ein Bisschen geistig zurückgeblieben aus... Außerdem springt man da auch in den Sand... Stabhochsprung ist gruselig... 
Deshalb habe ich jetzt erst einmal beim Hochsprungtraining mitgemacht... Und ich wäre ja auch ziemlich gut für einen Anfänger, allerdings wäre es hilfreich, wenn ich dann doch mal anfangen würde ein Bisschen zu Springen.. hmm... daran muss ich also irgendwie noch arbeiten ;)
Außerdem möchte ich laufen, ich weiß aber noch nicht welche Distanz...
Naja, in der letzten Woche konnte ich sowieso nicht Springen und Sprinten, denn ich hatte mir meinen "hamstring" (hinterer Oberschenkelmuskel) überdehnt und durfte deswegen nur joggen... Aber es ist schon wieder besser und nächste Woche kann ich dann wieder nach Herzenslust Springen oder Sprinten :)

- Letztes Wochenende war Springbreak, und ich war in Seattle!
         Aber um mal ganz von vorne anzufangen... Am Mittwochmittag letzter Woche sind Maggie (Gastschwester), Jane (Gastmutter) und ich nach Cheyenne, Wyoming aufgebrochen. Dort haben wir die Oma besucht und ich habe mir ein paar wunderbare Cowboystiefel gekauft. Von Cheyenne aus sind wir am nächsten Morgen zusammen mit der Oma weiter nach Denver gefahren. Mittags ging dann unser Flug nach Seattle. In Seattle angekommen hat es natürlich erst einmal geregnet. Und wir sind Janes Onkel besuchen gefahren. Der wohnt in Gig  Harbor, ungefähr eine Stunde von Seattle entfernt. Dort haben wir dann den Nachmittag und Abend verbracht. Am nächsten Morgen ging es dann nach Tacoma, das ist ungefähr 45 Minuten von Seattle entfernt und dort gab es eine wunderbare Mall. Dort haben wir dann nach langem Anprobieren und schwierigen Entscheidungen Promdresses gekauft, denn bis dahin sind es nur noch sechs Wochen! Ein Foto davon gibt's aber erst, wen dann wirklich Prom ist :) Ausserdem habe ich nach einem 8-monatigen Entzug ENDLICH wieder ein H&M betreten... Ein Traum! Und dann wurde es sogar noch besser: Am Nachmittag sind wir nach Seattle gefahren und waren dann bei Urban Outfitters shoppen... ein perfekter Tag :)
Am Samstagmorgen ging es dann wieder nach Seattle, diese Mal Sightseeing. Wir haben eine Tour durch die Unterwelt Seattles gemacht, denn früher lag die Stadt eine Etage "tiefer". 
Kurzer Crashkurs zu Seattle's Geschichte (Kurzversion des wikipedia Artikels;)



Seattle liegt auf Höhe des Meeresspiegels, weshalb es bei Flut oft überschwemmt wurde. Auch das 1881 eingeführte Abwassersystem mit Wasserspülung war nur bei Ebbe funktionsfähig, bei Flut spülten die Toiletten rückwärts.
Das Geschäftsviertel in der Innenstadt mit seinen Holzhäusern brannte beim Großen Brand von Seattle am 6. Juni 1889 vollständig nieder. Die Stadt beschloss, Teile der Stadt „anzuheben“, um dadurch die Probleme zu lösen. Dazu wurden Steilufer an der Kueste abgetragen. Die Straßen wurden mit dem Abraum angefüllt und erhielten dadurch eine gleichmäßigere Steigung.
Da diese Geländearbeiten aber nur langsam vorankamen, wurden die neuen Gebäude vom alten Straßenniveau ausgehend errichtet. Durch das spätere Anheben der Straßen um bis zu zehn Meter entstand eine stellenweise extrem gefährliche Höhendifferenz zwischen Straße und Gehsteig (bis zu 10 Meter!) , weshalb im Laufe der Zeit die Gehsteige auf dem neuen Straßenniveau überdeckt und die Hauseingänge in höhere, jetzt "ebenerdige" Stockwerke verlegt wurden. Die ehemaligen Erdgeschosse wurden zu Kellern.

kurze selbergemachte Infografik zu den verrückten Bürgersteigen vor 150 Jahren

Danach ging es zur Space Needle. Das ist ein großer Turm dessen Spitze ein Bisschen an ein UFO erinnert und ist eine der berühmtesten Sehenswuerdigkeiten Seattle's. Hingegangen, Hochgefahren, Rausgeguckt, Runtergefahren. War aber eine sehr schöne Aussicht :) Danach wurde noch zu Abend gegessen und dann ging es ins Hotel.
Am nächsten Morgen sind wir dann um 5.30Uhr zum Flughafen gefahren (gefühlte 4.30Uhr, denn gerade in der Nacht war bei uns hier der Beginn der Sommerzeit)... Und dann ging es wieder nach Hause, wo wir dann abends um 6 schließlich auch wieder angekommen sind....



Ende der Geschichte :)


 
Die Space Needle




Maggie, Jane und Ich
Auf der Space Needle

Im Untergrund


Mehr Fotos gibt's auf meiner Fotoseite :)

Samstag, 5. März 2011

Tulsa Trip

Ende Januar haben sich alle Austauschschüler aus dem „South Central Rotary Youth Exchange District“  in Tulsa, Oklahoma  getroffen. Wir hatten eine der weitesten Anreisen… Am Donnerstagmorgen um sechs Uhr sind wir hier losgefahren und nach sieben Stunden waren wir dann an unserem „Treffpunkt“ angekommen, wo sich alle Austauschschüler unseres nebraskanischen Distrikts getroffen haben. Von dort aus ging es dann weiter Richtung Süden… Um neun Uhr abends waren wir dann schließlich in Wichita in Kansas und haben dort die Nacht in rotarischen Familien verbracht. Am nächsten Morgen um 9 ging es dann weiter, und mittags waren wir dann endlich in Tulsa.

Unsere Reiseroute

In Wichita mit der Frau, Marsha, bei der wir übernachtet haben
 
Dort haben wir dann 200 andere Austauschschüler in einem Hotel getroffen. Von den ungefähr 20 Deutschen kannte ich  drei schon von zuhause – sie sind in meinem deutschen Distrikt. Für die Nacht  wurden wir dann alle in Gastfamilien aufgeteilt, ich war mit einem Mädchen aus Paraguay, Dänemark und einem anderen Mädchen aus Deutschland, das im Moment in Omaha lebt, ich aber noch nicht kannte, in einer Gastfamilie. Die Gastfamilie war sehr nett,wir sind Pizza essen gegangen und haben dann alle zusammen American Idol geguckt.

Am nächsten Morgen ging es dann schon wieder ganz früh zurück ins Hotel und dann haben wir erstmal stundenlang singen geprobt. Denn bei der Rotary International Conference im Mai in New Orleans werden wir alle gemeinsam singen. Und weil das so einmalig ist und wir die ersten sind, die je eine Chance bekommen, das zu tun, mussten wir den ganzen Tag lang proben, damit ja nichts schiefgehen wird.

Abends hatten wir dann ein großes Bankett mit ganz vielen Rotariern. Da hat jedes Land sich einmal kurz vorgestellt, einen kleinen Skkecth aufgeführt und dann haben wir unsere Lieder um ersten Mal vor Publikum gesungen.

video

 Lied Nr. 1, "Come Join Us" 

video

Lied Nr. 2 "Thank You For This Chance", extra für uns geschrieben

Um ungefähr 23 Uhr ging es dan zum "Lock-In" = Alle Austauschschüler und ein paar Betreuer verbringen die Nacht gemeinsam in einer Art Gemeindezentrum. In der Sporthalle war ein DJ, dann gab es noch einen Raum mit Essen und einen Raum mit einem Pooltable, einer Wii etc.
Geschlafen wurde nicht, auch wenn manche ganz schön müde waren. Eigentlich alle, außer den Brasilianern. Denn die haben die Nacht durchgetanzt, bis zum Frühstück um 6.30Uhr Morgens. Dann ging es wieder ins Hotel, und von dort aus sind wir dann schließlich wieder nach Hause gefahren. Allerdings haben wir auf der Rückfahrt die meiste Zeit geschlafen :)

"Die Deutschen" in Tulsa


Einer der vielen Pinguine die in Tulsa rumstanden...



Sonntag, 23. Januar 2011

Na endlich – Teil III

So, und jetzt kommt schließlich der Eintrag über die Weihnachtsferien. Etwas verspätet, aber immerhin :)
Gleich nach dem Geschenke auspacken am Christmas Morning haben wir alle unsere Sachen gepackt und sind dann nach Cheyenne, WY gefahren und haben die Oma besucht. Zwei Nächte haben wir da geschlafen, waren in der Mall und sind ein bisschen in Cheyenne rumgekommen. Dann sind wir weitergefahren in Richtung Colorado. Auf dem Weg haben wir noch bei einer weiteren Mall angehalten und da habe ich mir erst einmal ein paar Ankle-Boots mit mindestens 10cm Absatz und einem ziemlich hohen Plateau gekauft. Ich werde sie wahrscheinlich nie wirklich anziehen, zum einen weil ich dann ja fast 2m groß bin, zum anderen weil bei Stürzen aus der Höhe Lebensgefahr besteht, und außerdem würde das hier in Chadron, NE, das nicht gerade eine Fashionmetropole ist ein Bisschen komisch wirken. Aber trotzdem, für $20 konnte ich einfach nicht widerstehen… Außerdem passen sie mir sogar, was bei Schuhen ungefähr einmal in einemillionenhunderttausend Malen vorkommt, wenn ich sie anprobiere. Jetzt stehen sie in meinem Zimmer und ich muss jedes Mal grinsen, wenn ich sie angucke.  Ich habe sie einmal hier drinnen im Haus angehabt, das war ganz lustig, ich musste mich bei den Türen fast ducken :) Und sooo schwierig ist das Laufen gar nicht!

Nach der Mall sind wir dann weitergefahren nach Winter Park, CO. Das liegt in den Rocky Mountains und ist ein beliebtes Skigebiet. Unser Hotel war ein „YMCA“-Camp (yep, YMCA gibt’s wirklich, und der Song lügt nicht! „It’s fun to stay at the YMCA“ ;) . Da haben wir uns dann mit der anderen Seite der Familie getroffen, die Großeltern aus Missouri und die Tante mit Familie aus San Diego. Die waren alle total nett und mit denen hatten wir dann ein „drittes Weihnachten“. Oh mann, die haben’s hier echt mit Weihnachten! :)  Danach sind wir Skilanglauf fahren gegangen und irgendwie ist es schon ziemlich cool, sagen zu können man ist in den Rocky Mountains Skilanglauf gefahren ;)


Ausblick aus unserem Zimmer

Gruppenfoto :)

Am nächsten Morgen bin ich mit Liz und Jane dann Snowboarden gewesen. Beziehungsweise haben Liz und ich versucht, Snowboard zu fahren und Jane hat uns beobachtet, Fotos und Videos gemacht und sich dabei schlappgelacht :D Aber Snowboarden ist auch nicht einfach!
Liz war vorher schon ein paar Mal Snowboarden gewesen, für mich das erste Mal. Auch Ski Alpin war ich noch nie gefahren. Nun ja, dann haben wir uns die Ausrüstung ausgeliehen und sind dann mal so drauflosgefahren, ohne einen Lehrer oder Unterricht. Und mal davon abgesehen, dass ich gegen mehrere Bäume, Stangen und Zäune gefahren und in einen kleinen Bach gefallen bin, war ich glaube ich gar nicht sooooo schlecht. Naja. Das Fahren an sich hat eigentlich immer ganz gut geklappt, nur mit dem Bremsen hatte ich irgendwie so meine Probleme, was sich dann halt manchmal doch negativ auf meine Fahrkünste ausgewirkt hat…. Denn obwohl ich immer versucht habe, langsam und vorsichtig zu fahren, bin ich irgendwie immer schneller geworden. Und durch meine Unfähigkeit zu Bremsen stand ich dann halt immer vor der schwierigen Entscheidung, ob ich mich einfach selber auf den Boden „hinschmeißen“  soll, um zu bremsen, oder besser warten sollte, bis irgendwas im Weg ist, was mich Bremsen könnte… Obwohl ich mich meistens für ersteres entschieden habe, ließ sich die zweite Möglichkeit manchmal einfach nicht vermeiden…
Unser ganzes Snowboard-Abenteuer hat dann in Knien so blau und schwarz wie nebraskanische Nachthimmel und in vorübergehend nicht mehr ganz so richtig funktionierenden Handgelenken geendet, dafür hat es aber verdammt viel Spaß gemacht. Obwohl wir zwischendurch schon etwas neidisch auf die Fünfjährigen waren, die auf ihrem Board ohne Probleme den Hang hinunter gekurvt sind.

Auf dem Skilift
Auf dem Anfängerhügel :D

Glücklich dass wir es überlebt haben ;)
 
Später am Abend waren wir dann noch bei -20°C „Snow-Tubing“. Da sitz man in einem großen Gummireifen und fährt einen steilen Abhang hinunter. Die Geschwindigkeit wird dann verdammt schnell und ich glaube, ich weiß jetzt ungefähr wie sich eine Nahtoderfahrung anfühlt. Außerdem bin ich zu der Erkenntnisgekommen: Meine Kinder dürfen das später nicht (obwohl dabei auf dieser Bahn noch nie jemand gestorben ist, nur Knochenbrüche gab es; ich habe extra gefragt).
                Am nächsten Morgen sind wir dann wieder nach Hause gefahren…   Eigentlich hatten wir noch einen Tag in Denver verbringen wollen, aber wegen einer Blizzard-Warnung haben wir uns entschieden, dann doch lieber gleich nach Hause zu fahren. Und am nächsten Morgen war er dann da, mein „erster“ Blizzard. Blizzards sind heftige Schneestürme, bei denen es schon mal einen Meter innerhalb weniger Stunden schneit. Ganz so heftig war er dann doch nicht, der Schnee lag nur ungefähr 40cm hoch, aber immerhin, der Verkehr lag erst einmal lahm. Deswegen konnte ich auch nicht wie geplant auf die Skihütte meines Counselors fahren, aber das war okay.  Stattdessen sind wir in Chadron bei eisigem Wind ein bisschen Skilanglauf gefahren…
                Amerikanisches Silvester ist irgendwie eine traurige Angelegenheit. Ein paar Freunde der Familie kamen nachmittags zu Besuch, sind aber um 9Uhr abends schon wieder nach Hause gegangen. Um 10 Uhr ist meine Gastfamilie dann schließlich ins Bett gegangen und hat das neue Jahr „verschlafen“. Ich bin noch wachgeblieben und habe dann die Zeiger der Uhr beobachtet, wie sie langsam über die „12“ gewandert sind. Aber nix ist passiert, keine Raketen, keine lauten Partys, kein Feuerwerk. Und dann, ohne es wirklich bemerkt zu haben, war es plötzlich 2011. 

                Oh mann, und jetzt ist das Ende dieses Eintrags so deprimierend. Das muss geändert werden. Wusstet ihr, dass Nebraska der glücklichste Staat der USA ist?
Niedrige Schulden, niedrige Arbeitslosen- und Scheidungsrate und unter den schlausten Staaten der USA, wenn man sich die Ergebnisse des College-Einstufungstests ACT anguckt.